2014

Die Nussknacker von der Feuerwehr

5 Jugendliche legten Oberösterreichischen Wissenstest im Rettungszentrum ab

Wie man Personen bei Bewusstlosigkeit richtig Lagert, mussten die Jugendlichen den BRK demonstrieren.
Wie man Personen bei Bewusstlosigkeit richtig Lagert, mussten die Jugendlichen den BRK demonstrieren.

Der Oberösterreichische Wissenstest zählt zu den ganz harten Nüssen der Jugendfeuerwehr. Andrea Hartl, Felix Mayrhofer, (beide Gold), Simon Jahrstorfer, Andreas und Thomas Lechner (jeweils Bronze), haben sie am Samstag, 15. März, im Rettungszentrum geknackt und sich dafür die Leistungsabzeichen verdient. Die Auszeichnungen verlieh Oberbrandrat Fritz Prenninger vom Bezirksfeuerwehrkommando Ried im Innkreis im Beisein von Ehrenkreisbrandrat Leopold Schmid, Ehrenkreisbrandinspektor Klaus Heller und Kreisjugendwart Gerhard Münnich. Wochenlang fieberten die Burschen und Mädchen dem Wissenstest entgegen und bereiteten sich mit ihren Jugendwart Anton Streibl und Kommandant Josef Eineder auf den Prüfungstag vor. An zehn Stationen stellten die FeuerwehranwärterInnen sowohl theoretisches Wissen als auch praktisches Geschick unter Beweis. Sie mussten Feuerwehr-Dienstgrade benennen und wissen, dass ein Saugkorb dem Abschluss der Saugleitung dient und das Eindringen von Fremdkörpern verhindert. Wer in der Verkehrserziehung aufgepasst hat, konnte im Handumdrehen mindestens drei der sechs Mängel an einem Fahrrad erkennen. Bei Unfällen sind die Ortswehren oft die ersten Einsatzkräfte vor Ort. An der Erste-Hilfe-Station der BRK-Bereitschaft Osterhofen waren deshalb Wiederbelebung, Druckverband und die stabile Seitenlage gefragt. Der pfiffige Feuerwehrnachwuchs verlässt sich zur Orientierung im Gelände nicht auf das GPS im Smartphone. Ganz ohne Strom zeigt auf einem Baumstumpf die Verengung der Jahresringe nach Westen. Auf dieser Wetterseite wachsen freistehenden Bäumen oft Moose und Flechten. Früher stand im Überlebenshandbuch des YPS-Heftes, wie man mit einer Armbanduhr die Himmelsrichtung bestimmt. Der Feuerwehr-Nachwuchs lernt dieses Wissen für das Leben ganz ohne Comic-Heft. Zur Allgemeinbildung gehört es auch, wie man die Feuerwehr im Brandfall oder bei einem Verkehrsunfall richtig alarmiert. Damit es möglichst gar nicht erst brennt, gibt es den vorbeugenden Brandschutz. Hier hatten die Jugendlichen die Nase vorn, die wussten, dass Benzin und Spiritus nicht auf den Grill gehören. Keinen Knoten im Hirn durften die Burschen und Mädchen beim Erkennen und Anwenden von Seilknoten haben. Beim Wissenstest gaben sich viele Jugendliche gelassen, aber als es an die Auswertung ging, stieg die Spannung an. Dann die Erleichterung: Das Büffeln in der Freizeit hatte sich gelohnt.

 

Vortrag über Sucht- und Drogenprävention

Weniger Drogentote, doch Trends wie das Rauschgift Crystal stellen die Polizei vor neue Probleme

Wie viele Promille habe ich? Heiko Augustin, Oberkommissar bei der Polizeiinspektion Plattling, ließ bei seinem Vortrag zum Thema Sucht bewusst auch junge Teilnehmer in das Alkoholmessgerät blasen. Der Promillewert von Simon Jahrstorfer lag erwartungsgemäß bei 0,0. Der 14-Jährige hatte Spezi getrunken.
Wie viele Promille habe ich? Heiko Augustin, Oberkommissar bei der Polizeiinspektion Plattling, ließ bei seinem Vortrag zum Thema Sucht bewusst auch junge Teilnehmer in das Alkoholmessgerät blasen. Der Promillewert von Simon Jahrstorfer lag erwartungsgemäß bei 0,0. Der 14-Jährige hatte Spezi getrunken.

Ein Mädchen, das  halbnackt auf einer Parkbank seinen Rausch ausschläft. Eine Raucherin mit gelben Zähnen und faltiger Haut. Ein Abhängiger der Droge Crystal, der aussieht wie ein Zombie. Manch Besucher hätte am liebsten weggesehen, als Oberkommissar Heiko Augustin von der Polizeiinspektion Plattling bei einem von der Feuerwehr Langenamming veranstalteten Info-Abend zum Thema Sucht schockierende Bilder zeigte. Immerhin: Fotos wie diese sensibilisieren, wie schnell aus einer Sympathie zu Rauschmitteln eine im schlimmsten Fall lebenszerstörende Sucht werden kann, so das Fazit der knapp 30 Besucher im Langenamminger Feuerwehrhaus. Dass Veranstaltungen wie diese sinnvoll sind, zeigen Statistiken über suchtbedingte Todesfälle: In dem von Augustin näher beleuchteten Jahr 2008 starben in Deutschland 120 000 Raucher, 42 000 Trinker und 220 000 Drogenabhängige. Jüngste Statistiken über Tote durch Rauschgift sind zwar rückläufig, dennoch sind die Herausforderungen enorm, die Polizei und Suchtfachstellen bewältigen müssen: Die Drogen Crystal-Speed und Crystal-Meth seien zu einem großen Problem im ostbayerischen Raum geworden und seien es nach wie vor, berichtet Polizist Augustin. Ebenso problematisch: Jugendliche und der Alkohol. Augustin und seine Kollegen greifen bei Einsätzen nicht selten betrunkene Heranwachsende auf, die sich beim Wetttrinken duellierten oder die Wirkung von „Alcopops“ – süßliche Mischgetränke aus Limo und Schnaps – unterschätzten. Hinzu kommen neue Trends. Momentan ist es bei manchen Heranwachsenden in Mode, Fotos oder Filme (sogenannte „selfies“ – Selbstportraits) zu erstellen. Auf denen ist zu sehen, wie meist Teenager Mutproben absolvieren oder Rauschmittel nehmen. Jüngstes Beispiel: Das sogenannte „Exen“, bei dem vor allem junge Menschen im sozialen Netzwerk „Facebook“ vorführen, wie sie eine Halbe Bier im Sturztrunk trinken. Ein Phänomen, das auch im Osterhofener Raum viele Nachahmer fand. Beim Thema harte Drogen gebe es in unserer Gegend keine größeren Probleme, erklärte Oberkommissar Augustin auf Nachfrage des Publikums. „Doch die einen oder anderen Fälle gibt es.“ Augustin demonstrierte, wie die von der Polizei geleistete Präventionsarbeit beim Thema Sucht konkret aussieht: Die vom Referenten mitgebrachten „Rauschbrillen“ setzten vor allem Kinder und Jugendliche auf. Die jungen Besucher torkelten umher, stellten fest, wie hilflos sie als Betrunkene sind. Augustin legte außerdem Broschüren, Flyer und Poster aus. Und er reichte Päckchen mit Haschisch, Marihuana und einem Joint umher – Stoffe, die die meisten Besucher in echt noch nie gesehen hatten und leicht mit Kräutern oder Gewürzen zu verwechseln sind. Lebensnah und manchmal auch locker – so brachte Augustin das ernste Thema rüber. Etwa, als er Kinder wie Simon Jahrstorfer (14) in ein Alkoholmessgerät blasen ließ. Der Langenamminger schaute mit großen Augen auf das Messgerät, das erwartungsgemäß einen Wert von 0,0 Promille anzeigte. Simon hatte zuvor Spezi getrunken. Dass ein Alkomat-Test wenig aussagekräftig sein kann, erlebte Besucher Ludwig Jahrstorfer. Er hatte über den Abend verteilt ein Bier getrunken, die letzten Schlucke vorm Blasen aber „auf Ex“ zu sich genommen und sofort 0,8 Promille erreicht. Feuerwehrkommandant Josef Eineder hatte die Veranstaltung initiiert. Dass er Augustins Botschaft verstanden hatte, machte er bei der Danksagung deutlich: Eineder schenkte dem Polizisten einen Bierkrug – und wies Augustin darauf hin, maßvoll aus dem Gefäß zu trinken.

Feuer und Flamme für die Feuerwehr

FF-Nachwuchs absolvierte die dreistufige Jugendflamme

Aufgaben des Verteilers (Anschluss, Abgänge,...), Strahlrohe (Schaltorgan, Durchflussmengen,...) usw. mussten die Jugendlichen bei den Kreisbrandmeistern Manfred Ziegler und Josef Fritsch erklären.
Aufgaben des Verteilers (Anschluss, Abgänge,…), Strahlrohe (Schaltorgan, Durchflussmengen,…) usw. mussten die Jugendlichen bei den Kreisbrandmeistern Manfred Ziegler und Josef Fritsch erklären.

Johannes und Sebastian Brandl, Andreas und Thomas Lechner (alle Bronze), Andrea Hartl und Felix Mayrhofer (beide Gold) haben sich am Samstag, 25. Januar, im Rettungszentrum in Theorie und Praxis erfolgreich den Kriterien der dreistufigen Jugendflamme gestellt. Diese Prüfung gilt als Einstieg in das Feuerwesen und wird seitens der Kreisfeuerwehrführung und der Ortswehren gleichermaßen gefördert. In Würdigung ihrer besonderen Verdienste beim Aufbau der Jugendflamme wurden Ehrenkreisbrandrat Leopold Schmid und Ehrenkreisbrandinspektor Klaus Heller von Kreisbrandinspektor Erwin Wurzer zu Ehrenmitgliedern der Feuerwehrjugend im Landkreis Deggendorf ernannt. Der Einstieg in das Spektrum Feuerwesen beginnt für den Feuerwehrnachwuchs mit der Ausbildung und Abnahme der Jugendflamme, wobei jede der drei Stufen erfolgreich abgeschlossen werden muss, um die Nächste zu erreichen. Für Kreisjugendwart Gerhard Münnich als Organisator und seinem Helferstab bedeutet dies, acht verschiedene Stationen für praktische Prüfungsfragen aufzubauen und mit Schiedsrichtern zu besetzen, für geordnete Zeitabläufe zu sorgen, Bewertungsbögen richtig zuzuordnen und ausfüllen, Dienstbücher zu beglaubigen und die Zeugnisvergabe an die Absolventen vorzunehmen. 125 Prüflinge aus Feuerwehren der Kreisfeuerwehrjugend rechts der Donau stellten ihr zu Hause erworbenes Wissen und Können im Rettungszentrum der Stadt unter Beweis. Die einzelnen Leistungsstufen obliegen verschiedenen Bewertungsbögen, aus denen der Prüfling durch Ziehen einer Karte die jeweilige Frage zur Station gestellt bekommt. Der Fragenkatalog umfasst diverse Aufgabenstellungen: Notruf erklären, Helfen durch Betreuung, Knoten, Feuertechnisches, eine praktische Übung, Fragebogen, Setzen eines Standrohrs, Erklärung von Löschgeräten und Gerätekunde am Löschfahrzeug. Die Endstufe III verlangt zusätzlich das Binden einer Krawatte, den Umgang mit dem Funkgerät, den Nachweis eines bestandenen Erste-Hilfe-Kurses und die Leistungsspange der Deutschen Jugendfeuerwehr. Sind alle Kriterien erfüllt, heißt es für den Feuerwehrnachwuchs vor den Hallentoren Aufstellung zu nehmen und die Prüfungszeugnisse zu empfangen. Ehrenkreisbrandrat Leopold Schmid sagte allen für ihre Bereitschaft, sich der Abnahme der Jugendflamme zu stellen, Dank und bat den Dienst am Nächsten auch nach Vollendung des 18. Lebensjahres fortzuführen.