Geschichte

Die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Langenamming

Die Feuerwehr braucht Sie. Haben Sie schon einmal nachgedacht, bei der Feuerwehr aktives Mitglied zu werden? Ausbildung, anderen Menschen in Not helfen und die Gemeinschaft steht bei uns an erster Stelle.
Die Feuerwehr Langenamming beim 100-jährigen Gründungsfest 1998.

Am Freitag den 24. Juni 1898 (Johanni) nachmittags um 2 Uhr fand die Gründungsversammlung unserer Wehr im „Steinbrunner´schen Gasthause“ in Langenamming statt. Zu diesem – aus heutiger Sicht gesehen – unvorstellbarem Termin hatten damals „mehrere Ortsbewohner von Langenamming“ (Originalwortlaut der Zeitungsanzeige) eingeladen.

Die Geschichte der Feuerwehr in Langenamming mit diesem Datum zu beginnen, würde jedoch der Vergangenheit nicht ganz Rechnung tragen. Denn schon 20 Jahre zuvor wurde im Auftrag des Königlichen Bezirksamts Vilshofen in der damaligen Gemeinde Langenamming bereits eine Pflichtfeuerwehr gegründet. Dies war zu dieser Zeit keine Seltenheit, auch in Osterhofen wurde beispielsweise einige Jahre zuvor eine Pflichtfeuerwehr aufgestellt. Im Jahre 1885 kam es zur Gründung einer freiwilligen Feuerwehr in der Gemeinde Langenamming, welche für den Feuerschutz in der gesamten Gemeinde zu sorgen hatte. Die damalige Bauweise – viele Häuser und Gebäude waren aus Holz gebaut und mit Schindeln oder auch Stroh eingedeckt – machte bei einem Brand ein schnelles Eingreifen der Feuerwehr unerlässlich. Bei der Größe des Gemeindegebietes und der damals sehr einfachen technischen Ausrüstung war dies ein Ding der Unmöglichkeit. Dies bestätigen auch einige Berichte aus dieser Zeit, wo bei einem Brand teilweise ganze Gehöfte ein Raub der Flammen wurden. So war dann auch ein Großbrand in der Ortschaft Langenamming vermutlich der Auslöser zur Gründung der heutigen Freiwilligen Feuerwehr.

Obwohl von der Gründungsversammlung keine Protokolle vorliegen, konnten dennoch aufgrund verschiedener Schriftstücke 17 Männer als Gründungsmitglieder namentlich ermittelt werden, von denen einige zu diesem Zeitpunkt nachweislich schon 20 Jahre Feuerwehrdienst geleistet hatten. Max Maier ging als Gründungsvorstand in die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Langenamming ein. Er finanzierte aus Eigenmitteln die Anschaffung einer Handspritze und streckte damit die Kosten für das erste Löschgerät der jungen Wehr unverzinslich vor. Ihm zur Seite stand Josef Scherr als 1. Kommandant. Beide ergänzten sich in den Gründungsjahren bestens. Im Juni 1920 war die Übergabe einer neuen Feuerlöschmaschine der Firma Magirus, angeschafft von der Gemeinde, zum Preis von 13.000 Mark. Einige Zeit später erfolgte auch der Bau des ersten Feuerwehrhauses. Am 15. Juni 1930 fand die erste Fahnenweihe bei herrlichem Sommerwetter statt. Der Zeitungsbericht über diese Veranstaltung war voll des Lobes über die vorbildliche Organisation dieses Festes und den unübersehbaren Zusammenhalt der ganzen Ortschaft Langenamming.

Nach den Wirren des zweiten Weltkriegs, der auch innerhalb der Wehr einen hohen Blutzoll forderte, wurde die Wehr im Jahre 1946 unter Vorsitz von Anton Beham und Kommandant Max Maier neu erfasst und aufgebaut. Ein Jahr später gelang die Anschaffung der ersten Motorspritze und eines Gerätewagens. Auch ein Schlauchtrockenturm wurde neben dem heutigen Feuerwehrhaus errichtet.

Unter Kommandant Xaver Eckl legte am 11. Juni 1960 die erste Gruppe der Freiwilligen Feuerwehr Langenamming als 23. Gruppe im Landkreis Vilshofen die Leistungsprüfung in der Stufe I (Bronze) ab. Im Spätherbst desselben Jahres erhielt die neue TS 8 durch H. Geistl. Rat Max Hüttinger den kirchlichen Segen.

Nach dem Führungswechsel im Jahre 1961 – Xaver Eckl übernahm das Amt des Vorsitzenden und Johann Hasreiter wurde 1. Kommandant – begann die schaffensreichste Zeit der FFW Langenamming. Der neue Kommandant erkannte die Zeichen der Zeit und legte damals schon großes Augenmerk auf Ausbildung und Ausrüstung. Bereits im darauffolgenden Jahr wurde nach vorbildlichem Arbeitseinsatz der gesamten Dorfgemeinschaft ein neuer Löschweiher in Langenamming fertig gestellt. Im November 1964 weihte Geistl. Rat Max Hüttinger das neu erworbene Gruppenfahrzeug der Wehr, bevor durch Bürgermeister Beham die offizielle Schlüsselübergabe an Kommandant Hasreiter erfolgte.

Am 4. Juni 1967 erlebte die Wehr einen weiteren gesellschaftlich Höhepunkt ihrer Vereinsgeschichte: Die Weihe einer neuen Fahne anlässlich des 70jährigen Gründungsfestes. Mit Sophie Kiermayer als Fahnenmutter – in Begleitung ihrer Festdamen Lina Beham und Rita Eckl – und insgesamt 49 Vereinen – darunter der Patenverein Altenmarkt – feierte der Verein dieses unvergessen gebliebene Jubiläum, worüber die Chronik berichtet: „Das 70. Gründungsfest war ein Festakt, vom Wetter begünstigt, wie ihn der Ort noch nie sah und kaum mehr sehen wird. Für die Organisation hat sich die Vorstandschaft ein besonderes Lob verdient“.

Im Jahr 1970 wurde nach fast zweijähriger Bauzeit das neue Feuerwehrhaus fertig gestellt und von Pfarrer Stadlthanner feierlich eingeweiht. Das alte Feuerwehrhaus wurde aufgrund des Zuwachses an technischem Gerät zu klein und erfüllte die nötigen Vorraussetzungen zu deren Unterbringung nicht mehr. Der optimale Standort neben Löschweiher und Schlauchtrockenturm machte das neue Gebäude zudem zum geografischen Mittelpunkt der Ortschaft Langenamming. Ein Jahr später, am 10. Dezember 1971, gab es das erste “Gold” für die Wehr. KBI Kovarik überreichte die Abzeichen an die Wehrmänner. Am 24. Juni 1972 wurde das 75jährige Gründungsfest der FFW Langenamming im kleinen Rahmen mit Ehrung langjähriger Mitglieder gefeiert.

Der plötzliche Tod vom damals 1. Vorsitzenden Johann Hasreiter am 2. Mai 1978 schockierte nicht nur die Mitglieder der Wehr, sondern große Teile der Bevölkerung der gesamten Gemeinde. Die Fahnenabordnungen sämtlichen Feuerwehren im Stadtgebiet Osterhofen gaben ihm sein letztes Geleit. “Was Johann Hasreiter für die Wehr geleistet habe, werde unvergessen bleiben”, so der 2. Vorsitzende August Kiermayer bei seiner Trauerrede.

Am 11. April 1979 legte der “Feuerteufel” von Altenmarkt seinen ersten Brand. Eine Unheil-Serie von Bränden begann und endete mit dem letzten Brand am 3. Juli 1979 beim Anwesen von Michael Kröll. Tragischer “Höhepunkt” dieser Brandserie war der Großband am Ostersonntag auf dem “Ederbauernhof”, der das gesamte Stallgebäude in Schutt und Asche legte. Von den 180 Mastbullen konnten die Wehrmänner unter Lebensgefahr 175 retten. Wie durch ein Wunder wurden “nur” zwei Helfer leicht verletzt. Bei einer kleinen Feierstunde zum 85jährigen Gründungsjubiläum wurde am 28. Mai 1983 eine neue Tragkraftspritze (TS 8) offiziell seitens der Stadt Osterhofen durch Bürgermeister Horst Eckl an Kommandant Alois Högl übergeben und anschließend von Kaplan Josef Kurz geweiht. Beim 100jährigen Gründungsfest mit Fahnenweihe der FFW Altenmarkt vom 28. – 30. Juni 1985 setzte die Amminger Wehr die bisherige Tradition als Patenverein wieder sehr tatkräftig um und trug somit auch wesentlich zum hervorragenden Gelingen dieser Veranstaltung bei. Am 19. September 1986 erhielt das neue Löschfahrzeug nach einem eindruckvollen Gottesdienstes in der Dorfkapelle von Pfarrer Erwin Böhmisch anschließend in würdigem Rahmen den kirchlichen Segen.

Bei den Neuwahlen am 19. November 1986 erfolgte ein Generationswechsel in der Führung der Wehr. Eine langjährige und vorbildlich arbeitende Vorstandschaft gab Führung und Verantwortung an die “Jugend” ab: Johann Hasreiter wurde 1. Kommandant, Alois Schöfberger jun. sein Stellvertreter. Den Vorsitz übernahm Xaver Eckl jun., ihm zur Seite stand Edi Heißenhuber. Der Beginn einer neuer Ära wurde damit eingeläutet. Am 5. November 1988 musste sich die Wehr nach 90 Jahren vom Herbergslokal Steinbauer in Langenamming verabschieden. Seit Gründung der Wehr im Jahr 1898 diente das Gasthaus Steinbauer als gesellschaftlicher Mittelpunkt sowohl der Wehr als auch der gesamten Ortschaft Langenamming. Anschließend war das Gasthaus Eineder in Maging Mittelpunkt im Vereinsleben der Wehr und seit November 1992 ist das Gasthaus Kirschner in Obergessenbach Herbergslokal unserer Wehr.

In den Jahres 1996/97 erfolgte der Anbau eines Schulungsraumes an das bestehende Feuerwehrhaus in Eigenregie, der pünktlich vor dem 100. Geburtstag der Wehr fertig gestellt und am 24. April 1998 von Dekan Erwin Böhmisch eingeweiht werden konnte. Die Weichen für das 100jährige Gründungsfest mit Fahnenweihe vom 5. bis 7. Juni 1998 waren somit gestellt. Die monatelangen intensiven Vorbereitungen hatten sich bezahlt gemacht und ließen dieses Fest zu einer Veranstaltung der “Superlative” werden. Bei brütender Hitze war an diesem Wochenende in der gesamten Ortschaft Langenamming “Ausnahmezustand” angesagt. 66 Gastvereine gaben am Sonntag, 7. Juni 1998 der Wehr die Ehre und erschienen bei Kaiserwetter zum Gründungsjubiläum. Sowohl die Jubelwehr als auch die gesamte Dorfbevölkerung zeigte an diesen Tagen unermüdlichen Einsatz, der am Tag der Fahnenweihe seinen absoluten Höhepunkt erreichte. In würdigem Rahmen zelebrierte Dekan Erwin Böhmisch den Festgottesdienst an der Dorfkapelle und weihte anschließend die liebevoll restaurierte Fahne aus dem Jahr 1930. Mit tatkräftiger Unterstützung des Patenvereins Altenmarkt und den “Rottaler Musikanten” herrschte anschließend im Festzelt von Anfang an Hochstimmung. Dieses Fest bildete den bisherigen gesellschaftlichen Höhepunkt in der Geschichte der FFW Langenamming und wird für die Wehr und auch für viele Gäste unvergessen bleiben.